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Höhepunkt deutsche Meisterschaften

 Schwimmen – Thorsten und Markus Rumpf sind mit ihren Erfolgen Aushängeschilder und Vorbilder der TG Rüsselsheim

 

Echo vom 21. Februar 2013 (Text und Foto von Gabi Wesp-Lange)

 

 

Auch wenn beide ihr Trainingspensum und ihre Wettkampf-Teilnahmen heruntergeschraubt haben, sind sie weiter aktiv und leisten auch im Nachwuchsbereich als Übungsleiter wertvolle Arbeit für ihren Verein. „Das sind große Vorbilder für unsere Kinder und Jugendlichen“, freut sich Abteilungsleiterin Anke Reinheimer über das Engagement.

„Es macht Spaß“, versichert der 20-jährige Thorsten, der mit dem zwei Jahre jüngeren Markus eine Fördergruppe betreut und oft schnelle Fortschritte bei seinen Schützlingen sieht. „Da kommen einige Talente raus“, ist Thorsten Rumpf sicher.
Ob diese in die Fußstapfen der erfolgreichen Brüder treten können, muss sich erst weisen. Bei den zahlreichen Erfolgen, die diese vorzuweisen haben, wird das nicht leicht.
Neben Kreis-, Bezirks- und Landestiteln qualifizierten sie sich regelmäßig für süddeutsche Meisterschaften. Thorsten schrammte dabei dreimal auf Rang vier nur knapp am Podest vorbei. Auch Markus erreichte mehrmals den Endlauf.
Höhepunkt für den älteren der Rumpf-Brüder war aber der achte Platz bei den deutschen Meisterschaften 2006 in Berlin über 100 m Brust. „Das war mein größter Erfolg: Achtbester in meinem Jahrgang in ganz Deutschland”, meint der zurückhaltende Biologiestudent mit Stolz.
Markus Rumpf, der die Oberstufe des Groß-Gerauer Prälat-Diehl-Gymnasiums besucht, stand ihm mit Rang 13 bei der DM 2008 und mit Platz 14 bei der DM 2012 über jeweils 100 m Schmetterling in seiner Altersklasse nicht viel nach. Zumal er 2012 Jahr mit 58,70 Sekunden unter einer Minute geblieben war.
Die Menge an Pokalen im Schrank des Elternhauses, wo die Brüder mit Vater Dietmar (46) und Mutter Elke (52) leben, belegen eindrucksvoll die lange Liste ihrer Erfolge. „Jeder hat noch einen Schuhkarton voller Medaillen. Und dann habe ich schon drei Ordner mit Zeitungsartikeln voll“, lächelt Elke Rumpf.
Beide haben mit sechs Jahren bei der TG angefangen. Nachdem sich schnell Erfolge einstellten, war es nur folgerichtig, dass der Verband anklopfte und den damals zwölfjährigen Thorsten in den Leistungskader bat: „Zwei Jahre haben mich meine Eltern dann zweimal in der Woche nach Darmstadt gefahren. Manchmal habe ich sieben Tage wöchentlich trainiert. Mit Einheiten von sechs bis siebeneinhalb Kilometern über zwei Stunden.” Zu seinen Trainingskollegen zählten damals Marko Koch und Yannick Lebherz, heute einer der besten Schwimmer Deutschlands.
„Aber das ging dann an seine Grenzen, auch gesundheitlich“, sah Elke Rumpf ihren Ältesten nicht mehr glücklich. „Irgendwann hat die Motivation nachgelassen, und ich wurde auch nicht mehr besser”, sagt Thorsten Rumpf. „Er hätte dann wegziehen müssen, in ein Internat, um es unter die Besten von Deutschland zu schaffen”, fügt Dietmar Rumpf an. Doch sein Sohn entschied sich dagegen und trainierte fortan ausschließlich bei der TG – was immer noch drei, vier Mal die Woche der Fall war.
Für Markus Rumpf indes kam eine Kaderteilnahme nicht in Frage, zumal er durch die verkürzte Gymnasialstufe (G 8) weniger Freizeit hat. „Schwimmen“, so betont er, „ist aber eine der zeitintensivsten Sportarten. Ab einem bestimmten Niveau gewinnt am Ende der, der am meisten Kilometer im Training macht. Ich hatte jedoch keine Lust, noch mehr zu investieren. Deshalb habe ich auch Angebote von anderen Vereinen wie von Mainz, das finanziell nicht uninteressant war, immer abgelehnt.” Zur Freude der Turngemeinde.
Markus ist seit jeher auch außerhalb des Beckens aktiv. So spielt er schon seit Kindertagen Fußball beim SV Nauheim. Momentan gehört der Achtzehnjährige dort der A-Jugend an, wo ein Großteil seiner Freunde kickt.
Vater Dietmar, früher selbst Fußballer beim SV 07 und heute Mitglied im Vorstand, hat seinen Jüngsten in der E-Jugend zwei Jahre selbst trainiert. So sehr der Vater, ein passionierter Läufer, die Schwimmlaufbahn seiner Söhne engagiert und mit Stolz begleitet hat, blieb ihm die Faszination dieser Sportart doch immer fremd. „Ich gehe ins Wasser nur zum Abkühlen“, schmunzelt der 46-jährige kaufmännische Angestellte eines Autogeschäfts.
Bei seiner Frau Elke ist es dagegen wie bei Thorsten: „Außer im Schwimmen bin ich unsportlich.“ Dabei ist die im Einzelhandel arbeitende 52-Jährige, die in der Jugend in ihrem Heimatort Korbach im Schwimmverein aktiv war und bei dreimal wöchentlichem Training mehrfach Kreismeisterin wurde, seit langem für die TG-Schwimmer tätig. Kampfrichterin wurde sie auch, und heute leitet Elke Rumpf eine Kleinkindergruppe.
Neben dem Schwimmen teilen ihre Söhne aber doch eine weitere sportliche Leidenschaft. „Wir gehen zusammen ins Fitnessstudio der TG“, sagt Markus Rumpf, dem das Krafttraining deutlich anzusehen ist. „Und das ist auch gut fürs Schwimmen“, betont der Abiturient, „da bleibt man fit und kann zumindest auf den Kurzstrecken auch bei weniger Training noch gute Zeiten erreichen”.

 

 

 

TG 1862 Rüsselsheim (Schwimmabteilung)